Rundbrief lesen

Regelmäßig versende ich einen Rundbrief mit aktuellen Terminen und Gedankenimpulsen, die ich in Auszügen auf diese Seite einbinde.
Wer den Rundbrief bekommen möchte, kann mir eine Mail senden und wird dann in meinen Verteiler aufgenommen. Der Rundbrief kann jederzeit unkompliziert per mail wieder gekündigt werden.

Rundbrief 30. November 2020

Gestern war der 1. Advent. Es hat die Zeit begonnen, in der Menschen zusammenrücken, um eine Kerze anzuzünden und sich zu wärmen. Manche singen gerne Lieder. Miteinander. Es duftet nach Gewürzen und Plätzchen. Kinderaugen leuchten. Erwartungsvoll. Nun sieht das in diesem Jahr anders aus. Nicht nur, dass der alljährliche, vorweihnachtliche Konsumrausch milder ausfallen wird, was ja durchaus auch was Positives hat. Ab morgen sollen wir noch weiter auseinanderrücken als ohnehin schon seit Monaten. Es gelten nochmals verschärfte C-Regeln. Unter dem label "Gesundheitsschutz" geschieht Vieles, was wir uns wohl niemals hätten vorstellen können ... Wie können wir mit all dem umgehen, ohne zu verzweifeln oder uns ohnmächtig zu fühlen. Sehr viele Menschen sind inzwischen einfach nur noch müde und erschöpft. Die Stimmung im Land ist angespannt, teilweise regelrecht feindselig. Manche Psychologen sprechen inzwischen schon vom Corona - Burnout, den viele Menschen erleiden bzw. noch erleiden werden. Auch von Traumata, die lange nachwirken werden und für die Heilungswege gefunden werden müssen.

Sicher ist, dass wir als Menschheit alle in einem Boot sitzen. Wir alle haben Ängste - aus den unterschiedlichsten Gründen. Welche Angst wiegt stärker? Ist es die Virusangst, die Angst vor Krankheit und Tod. Oder ist es die Existenzangst, die Möglichkeit des wirtschaftlichen Abstiegs, die Befürchtung alles zu verlieren. Und was ist mit der Angst, nicht mehr selbstbestimmt leben zu können. Einem Staat ausgesetzt zu sein, der uns überwacht und bestimmt, auf welche Weise wir unsere Gesundheit schützen und welchen Werten wir folgen sollen?  Gibt es eine Hierachie der Angst? Eine Angst, die berechtigt ist und eine andere, die belächelt, beschimpft und diffamiert wird?

Mich beschäftigt sehr, was wir aus dieser dunklen Zeit lernen können. Wie begegnen wir einander - geprägt von unseren unterschiedlichsten Ängsten und Sichtweisen. Wie kommen wir in den (inneren) Frieden, der sich dann auch in einer friedlichen Welt zeigen wird? Denn eines ist sicher: Es wird sehr Vieles anders werden. Das Blatt wird sich wenden. Aktuell ist noch nicht so recht klar erkennbar, wo die Menschheit hinsteuert und welche Kräfte das Ruder übernehmen werden. Wie können wir Vertrauen gewinnen in den Fluss des Wandels. Denn der Wandel - die Vergänglichkeit und das Werden - ist ja stets Bestandteil allen Lebens. Ob wir wollen oder nicht. Der Wandel ist sicher. Nur wo er uns hinführen wird, ist nicht zu jeder Zeit sofort erkennbar. Und dieser Unsicherheit will sich unser menschlicher Geist nicht so gern stellen. Dazu fehlt es an Vertrauen. Wir wollen gern festhalten, was wir kennen und merken dabei leider nicht, wie dieses Festhalten uns am Leben hindert. Ich wünsche uns allen ein starkes Vertrauen in unsere innere Kraft. Wir sind Teil des Ganzen und tragen durch unser Sein und unser Wirken wesentlich dazu bei, wie die zukünftige Welt aussehen wird.

Jetzt im Herbst bzw. im beginnenden Winter sehen wir, wie die Natur sich zurück zieht. Seit dem frühen Sommer sind wir regelmäßig zum "Dialog im Wald" unterwegs gewesen. Immer auf dem gleichen Pfad und konnten so die Veränderungen in der Natur intensiv wahrnehmen. Ich freue mich auf die Zeit, in der es keine Kontaktbeschränkungen mehr geben wird und der "Walddialog" wieder offiziell stattfinden kann. Es zeigt sich, dass die Begegnungen in und mit der Natur sehr hilfreich und ermutigend sind. Im achtsamen Zusammen Sein mit anderen Menschen können Wunden heilen und Zuversicht kann wachsen.

Aktuell schaffen wir mit unserer "Trommeldemo" Raum für aufbauendes Miteinander. Auch am heutigen Montag wieder ab 18 Uhr an der Dreisam. Eigentlich ist das Wort Demonstration für diese Aktivität fast nicht der richtige Ausdruck. Es ist vielleicht eher eine "Versammlung", die der gegenseitigen Fürsorge und des lebendigen Miteinanders "dient". Eine Aktion, die in Zeiten von Kontaktbeschränkung zeigt, dass wir nicht machtlos sind. Und damit ist es natürlich auch politisch! Gemeinsam trotzen wir der Kälte und der Dunkelheit! Das ist wunderbar und ich danke allen, die bisher dabei waren. Natürlich hoffen wir, dass wir bald wieder in der Wärme zusammenrücken können. Aber bis dahin treffen wir uns montags. Hoffen wir auf trockenes Wetter auch weiterhin ... bei Regen wird es schwierig mit den Trommeln.  Infos siehe hier http://www.ulrike-fahlbusch.de/trommelpower-fuer-die-seele.html  Jeder Mensch kann teilnehmen, unabhängig von Trommelerfahrung und ohne Anmeldung.

Ich wünsche allen eine Zeit voller guter Erkenntnisse, hoffnungsvoller Gedanken und positiver Erfahrungen.

Auszug Rundbrief 15. November 2020

Heute hätte eigentlich wieder der "Dialog im Wald" stattgefunden, wenn - ja wenn es diese Beschränkungen nicht gäbe. Tut mir leid für die von euch, die heute gern mit uns in den Wald gegangen wären. Was sind das für traurige, verwirrte Zeiten, wenn Menschen nicht zusammenkommen dürfen und jede Frau, jeder Mann, jedes Kind als potentielle Gefährdung betrachtet werden soll. Haben wir nicht irgendwann mal gelernt, wie wichtig zwischenmenschliche Wärme für unsere Gesundheit, für unser Leben, für den Zusammenhalt in der Gesellschaft ist?

Um so bewegender sind in diesen Zeiten Erfahrungen von stiller Übereinkunft und unerwarteter Nähe. Einen spontanen Ausdruck von Mitmenschlichkeit durfte ich vor ein paar Tagen im Wald erleben. Auf einem schmalen Pfad im Ottilienwald ist es kaum möglich, einander bei einer Begegnung auszuweichen. Dort sehe ich ein junges Paar mir entgegenkommen und bleibe stehen, um ihnen Platz zu machen .... bereits darauf konditioniert, dass DIE womöglich Angst vor mir bzw. einem überspringenden Virus haben. Doch anstatt sich abzuwenden und schnell an mir vorbeizuhuschen (wie es allzu viele leider tun in ähnlichen Situationen), lacht mich der junge Mann an und sagt "keine Angst" ... ich erwidere kopfschüttelnd "Nein - keine Angst" und er geht offen auf mich zu, berührt mich am Arm, schaut mich an und sagt nochmals "Keine Angst"! Eine flüchtige, aber sehr berührende, mir zu Herzen gehende Begegnung, die nach Tagen immer noch nachschwingt. Mir wird bewusst, dass wir (sicher die allermeisten von uns) ständig in der Möglichkeitsform leben. Es könnte gefährlich werden, es könnten viele Menschen am Virus sterben, es könnte alles zusammenbrechen,  ... es könnte könnte könnte ... Aber was ist, was wäre, wenn es doch ganz anders ist, ganz anders wäre .... ?

Wer keinen Austausch mit anderen Menschen hat, keine Freude und Lebendigkeit mehr verspürt und ständig im Abwehrmodus vor einer möglichen Gefahr lebt, vereinsamt, verbittert, brennt aus, wird krank an Leib und Seele. Wir dürfen nie vergessen, dass wir für unsere Mitmenschen Heilmittel und Kraftquelle sind, vielleicht das wichtigste Heilmittel überhaupt. Und zwar immer dann, wenn wir uns miteinander verbinden, einander verstehen und Halt geben (wollen), miteinander ermutigende, aufbauende, gefühlvolle Erfahrungen machen. Und das dürfen wir uns nicht nehmen lassen - von niemandem. Deshalb haben wir auch für den morgigen Montag, dem 16. November um 18 Uhr wieder eine "demonstrative Trommelversammlung" an der Dreisam angemeldet. Kommt gern dazu und zwar auch dann, wenn ihr meint nicht trommeln zu können. Vielleicht habt ihr einfach Spaß, euch ein bisschen zu bewegen, mit dem Rhythmus zu schwingen und eine unbeschwerte Zeit zusammen mit anderen Menschen zu verbringen. Gern könnt ihr natürlich in das spontane Spielen eintauchen und mit uns trommeln. Bringt Trommeln bzw. Kleinperkussion und Lichter mit. Weiter unten findet ihr den Einladungsflyer, gern auch zum Weiterleiten.

Wir freuen uns, wenn ihr kommt und sagt es gern weiter. Auch wenn es kalt und dunkel draußen ist. Zieht euch warm an und lasst uns das Kraftfeld der Gemeinschaft, des Mutes, der Lebendigkeit und der Zuversicht stärken! Rhythmus verbindet Menschen! Gemeinsam kommen wir durch diese dunkle Zeit. Es ist JETZT der Zeitpunkt, aufzustehen und die Dinge zu tun, die einem von Herzen wichtig sind.

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Hier noch ein paar Verlinkungen:

* Der Sender Arte hat eine sehr gelungene, ausgewogene Dokumentation zur C-Thematik ausgestrahlt. Eine Stunde, die sich lohnt https://www.arte.tv/de/videos/098118-000-A/corona-sicherheit-kontra-freiheit/

* Ich habe eine Petition unterschrieben, durch die eine Neuauflage des Infektionsschutzgesetzes verhindert werden soll. Schaut euch das einfach mal an. Aus meiner Sicht ist es sehr beunruhigend. Es droht eine Verstetigung der aktuellen Maßnahmen mit unabsehbaren Folgen für unser aller Leben https://www.openpetition.de/petition/online/neuauflage-des-ifsg-nein-zur-ermaechtigungsgrundlage

* Stöbert auch gern auf meiner Linkseite, auf der ich nach und nach neue Informationen einstelle http://www.ulrike-fahlbusch.de/angst-oder-liebe.html

Auszug Rundbrief 7. November 2020

Danke für die Rückmeldungen auf meine letzte Mail mit der spontanen Einladung zur Trommel"Demo". Die Einladung kam deshalb so kurzfristig, weil wir auf die Genehmigung warten mussten.
Nun liegt für die "Demo" am nächsten Montag, 9. November, bereits die Genehmigung vor und so kann ich frühzeitig dazu einladen. Herzlich willkommen ist, wer Lust auf spontanes Trommeln und/oder Tanzen hat oder auch einfach nur gern eine unbeschwerte Zeit zusammen mit anderen Menschen erleben möchte. Unsere "demonstrative Trommelversammlung" am letzten Montag war sehr stimmungsvoll und hat allen Beteiligten sehr gut getan. Diese kleinen Oasen im Alltag sind schon zu normalen Zeiten sehr wertvoll, gewinnen aber derzeit an großer Bedeutung.

Es fühlt sich für mich schon sehr fremd an, wenn gemeinsames Trommeln als Demonstration beim Ordnungsamt beantragt werden muss und ein Polizeiauto kommt, um Auflagen zu kontrollieren. Doch es waren sehr nette Beamte und sie verschwanden auch recht schnell wieder, nachdem sie uns noch alles Gute für unser Anliegen gewünscht hatten. Tja - auch Beamte sind Menschen mit Familien, die gerade durch eine herausfordernde Zeit gehen.

Meine allererste Motivation für die Trommel"Demo" Initiative ist es, Isolation zu überwinden und Menschen zu ermutigen, trotz widriger Umstände aktiv zu werden und sich (gemeinschaftliche) Freiräume zu schaffen. In die eigene Gestaltungskraft zu kommen, selbstwirksam zu sein, ist eine kraftvolle Ressource für Gesundheit und für die Linderung von Ängsten. Menschen darin zu unterstützen, diese Gestaltungskraft zu entfalten, macht nun schon sehr lange meine gesundheitskulturelle Arbeit aus. Dabei hat es mich schon immer beschäftigt, wie die persönliche Entfaltung des einzelnen Menschen und gesamtgesellschaftliche Entwicklungen zusammenwirken. In der aktuellen Zeit zeigt sich nun sehr drastisch, wie bedeutsam ein wacher und heilsamer Umgang mit den eigenen Ängsten ist. Zu dem Thema verlinke ich hier einen Podcast der Anwälte für Aufklärung über "Demokratie und Angst", den ich sehr gelungen finde. https://www.youtube.com/watch?v=nJ18_EuEdcI&feature=share

In der linksammlung auf meiner Webseite unter dem Motto "Angst oder Liebe" hatte ich vor einiger Zeit bereits die Bürger- und Patienteninitiative "Gesundheit aktiv" verlinkt. Diese Initiative hat ein "Corona Manifest" verfasst, das bei Zustimmung unterschrieben werden kann. Darin wird formuliert, wie in Zukunft ein ganzheitliches, demokratisch ausgerichtetes Gesundheitswesen aussehen könnte. https://www.gesundheit-aktiv.de/politik/corona-manifest.html   Überhaupt lohnt es sich, auf der Seite zu stöbern.

Auszug Rundbrief 14. Oktober 2020

Danke an alle, die bisher (einmal oder inzwischen schon mehrfach) am Walddialog teilgenommen haben. Diese Begegnungen sind ein stärkendes Lebenselixier und sie geben Hoffnung. Manchmal entsteht ein Staunen darüber, wie es möglich ist, nach so kurzer Zeit in einen derart ermutigenden Austausch zu kommen. Nicht immer kreisen die Themen ausschließlich um das C-Thema. Es ist vielleicht die Stille, die uns tiefer tauchen lässt. Dann wird sichtbar, dass Corona grelle Lichtkegel auf all die Themen richtet, die auch schon vor der Krise vorhanden waren. Persönliche Ängste und Traumata, ständige Überforderung und Erschöpfung, aber auch unaufgeräumte Beziehungen, ungelebte Träume, Potentiale und Wünsche. Es wirft zudem Licht auf politische Zusammenhänge, globale Ungerechtigkeiten, Machtbessenheit und Gewaltexzesse. Wie kommen wir mit all diesem Schmerz klar. Wie oder durch was finden WIR, findet die Menschheit und der Planet Erde tiefgehende Heilung.

Doch was bedeutet das Wort Heilung überhaupt. Was fühlt sich gesund und richtig an? Aktuell fühlt sich das Meiste, was seit Monaten zum "Schutz der Gesundheit" verordnet wird, für mich persönlich falsch an. Es "beisst" sich mit meinem grundlegenden Bedürfnis und Streben nach Selbstbestimmung, Fürsorge und achtsamer, schöpferischer, solidarischer Lebensgestaltung. Mein innerer Kompass zeigt eindeutig in eine andere Richtung. Und das nicht erst seit der C-Krise. Und doch gibt es unzählige Menschen, die das anders sehen und erleben. Deren Ängste und Schutzbedürfnis nehme ich wahr und respektiere sie. Manchmal sitzt Angst oder eine Überzeugung tief und ist für Dialog (noch) nicht erreichbar. Sehr oft reicht aber echte mitmenschliche Begegnung und achtsamer Austausch, wie wir ihn z.B. im Walddialog kultivieren, um Gefühle wie Ohnmacht, Unbehagen und Angst zu lindern.

Ängste, so irrational sie manchen von uns erscheinen mögen, sind eine starke Kraft und können nicht mal eben wegrationalisiert werden. Natürlich schon gar nicht, wenn tagein und tagaus bedrohlich erscheinende Informationen über die Bildschirme flattern. Das prägt sich tief in die Zellen ein und verschwindet dann leider auch nicht mehr so schnell. Deshalb lieber Fernseher aus. Hoffen wir, dass die Leitmedien allmählich vielschichtiger und differenzierter berichten. Erste  Anfänge sind gemacht. Wer es noch nicht gesehen hat, hier der link auf ein ARD Extra, das kürzlich gesendet wurde https://www.youtube.com/watch?v=P32pM0RuxLo&feature=youtu.be

Aus meiner Sicht ist die aktuelle Krise ein Weckruf. Und ich bin überzeugt, dass wir alle in jedem Augenblick dazu beitragen können, dass dieser Weckruf von immer mehr Menschen gehört wird. Dabei sind es vielleicht gerade die ganz kleinen Dinge, die von Bedeutung sind. Wach und präsent den Alltag leben. Aufeinander zugehen und offen bleiben. Geduldig. Entwicklung geschieht manchmal in Sprüngen, aber dann müssen auch wieder die kleinen Schritte gegangen werden. Im stillen gemeinsamen Waldspaziergang ist es für mich sehr schön erfahrbar, wie in Gemeinschaft diese Herausforderung leichter zu (er) leben ist. Wir gehen langsam, nicht weit. Und kommen mit einem gelösteren Grundgefühl und einer neuen Sicht wieder zu dem Platz zurück, an dem wir gestartet sind. Von dort aus ändern wir das, was JETZT gerade möglich ist. Nicht mehr und nicht weniger. In dem Wissen, dass es überall Menschen gibt, die auch ihren Teil beitragen. Wie entlastend, wie wohltuend, wie Kraft spendend.

Auszug Rundbrief 1. Oktober 2020
Der Herbst hat begonnen. Und ich hoffe sehr, dass er noch möglichst viele milde und sonnige Stunden für uns bereit hält.
Am kommenden Sonntag, dem 4. Oktober findet unser nächster "Corona und WIR - Dialog im Wald" statt. Dazu möchte ich hiermit herzlich einladen (bitte anmelden). Hier ist der link http://www.ulrike-fahlbusch.de/corona-und-wir-dialog-im-wald.html

Angepasst an die neue Jahreszeit haben wir beschlossen, in den nächsten Wochen/Monaten erst um 10.30 Uhr zu starten. Und natürlich werden wir den Ablauf jeweils an die aktuellen Wetterbedingungen anpassen. Wie immer starten wir mit einem Schweigepaziergang ...
Tja - warum Schweigen, wenn es doch soviel zu sagen, zu fragen, zu (ver)zweifeln, mitzuteilen und zu beklagen gibt? Angesichts einer Situation, in der nichts mehr sicher scheint und der Boden unter den Füßen schwankt. Schweigen, innehalten, verlangsamen. Stille. Wir sind es als Gesellschaft nicht mehr gewohnt, dass die Dinge "ihre Zeit" haben. Eingezwängt in den vorgegebenen Takt einer Leistungswelt klingt das Wort Stille fast wie Faulheit. Wie könnte wohl eine Welt aussehen, in der Muße und innere Einkehr wieder ihren Wert hat. Ist die Corona Zeit nicht eine einmalige Chance zum Innehalten und Hinterfragen, ob die ehemalige "Normalität" wirklich das ist, was wir uns wieder wünschen? Stellt sich die Frage, wie die neue Normalität aussieht. Mutieren wir jetzt zum Homo Hygienicus, der sich ausgestattet mit MNS, Desinfektionsmittel, Distanz und Impfstoff in Sicherheit vor Krankheit und Sterben wiegt? Vielleicht müssen wir erstmal viel Schweigen und Atmen, um zu neuen Erkenntnissen zu kommen. Und ja - wir müssen auch miteinander reden. Uns austauschen,  miteinander verbinden, aus der Isolation der eigenen Ängste und Gedankenschleifen ausbrechen. Andere Sichtweisen und Meinungen wieder an uns heranlassen. Das öffnet den Weg zu neuen Erfahrungen und Erkenntnissen. Damit sind wir Teil der Lösung, auch wenn wir uns aktuell noch ratlos oder auch verängstigt fühlen.

Mir persönlich tut es immer gut, mich vielseitig zu informieren. Das hilft mir, Abstand zu gewinnen, meine eigene Einstellung zu hinterfragen und auch neue Verknüpfungen herzustellen. Auf meiner Webseite habe ich deshalb jetzt auch unter dem Motto "Angst oder Liebe" eine Linkseite mit Buchempfehlungen und Verlinkungen rundum das aktuelle C-Thema und Gesundheitskultur eingerichtet, die ich nach und nach ergänzen werde. http://www.ulrike-fahlbusch.de/angst-oder-liebe.htm

lAuszug Rundbrief September 2020

Unter dem Motto "Corona und WIR" findet nun schon seit Mitte Juni regelmäßig (meist 14-tägig)  der Dialog im Wald statt. Und wir möchten auch in den kommenden Wochen und Monaten - in der kühlen Jahreszeit - diese Möglichkeit des Austausch weiter fortführen. Dazu werden wir den Ablauf an die herbstlich/winterlichen Gegebenheiten natürlich anpassen. Wie das genau aussehen kann, beschäftigt uns im "Dialog-Keimblatt-Team" derzeit. Wir freuen in jedem Fall, wenn DU, wenn IHR weiterhin mit uns verbunden bleibt und auch die Idee des Dialogs weiter tragt... mit uns hier vor Ort oder in eurem Umfeld. Teilt auch gern mit, wie es euch geht und vielleicht seid Ihr ja gelegentlich hier mal wieder dabei!

Jeder Dialog hat seine ganz eigene Energie. Menschen kommen mit unterschiedlichsten Anliegen und Grundannahmen, Wünschen und Erwartungen. Das alles prägt den jeweiligen Dialog, erzeugt eine ganz eigene Stimmung und Besonderheit, auch wenn der Ablauf - der stille Spaziergang, die Gestaltung und das sich daraus ergebende Gespräch - jedesmal gleich erscheint. Ich schätze diesen Walddialog und auch die Reflektion in unserem Keimblatt-Team von mal zu mal mehr. Ich nehme es als einen persönlichen, aber auch gemeinschaftlichen und gesamtgesellschaftlichen Entwicklungsweg wahr. Für mich selbst als Initatorin ist es die Besonderheit, auf unterschiedlichen Ebenen hin und her zu surfen, Begleiterin und Teilnehmerin gleichzeitig zu sein.

Für uns alle gilt: Vertrauen in die Unvorhersehbarkeit gewinnen, sich jedesmal wieder neu einlassen, sich dem lebendigen Prozess hingeben, möglichst viel offen lassen und doch fokussiert bleiben, achtsam sein, Wesentliches von Herzen zum Ausdruck bringen. Kürzlich fiel beim Dialog das Wort "anspruchsvoll". Und das passt sicher ganz gut. Und warum sollten wir auch nicht anspruchsvoll sein? Die Fähigkeit, sich auf schwankendem Boden sicher und zuversichtlich bewegen zu können, ist ein lohnenswertes Ziel. Es bedeutet nämlich, sich psychisch zu stabilisieren und gesund zu bleiben, gesund zu werden. Das ist Gesundheitskultur. Wir kultivieren Haltungen, die heilsam sind, die unser Immunsystem stärken. Einander den Rücken stärken. Einander Halt geben. Einander ermutigen. In einer Gesellschaft, die auf Konkurrenz und Abgrenzung basiert, ist das ein intensiver Lernprozess. Heilsame, einander ermutigende und stärkende Haltungen wollen eingeübt werden. So können wir unseren inneren Kompass wiederfinden, der uns zeigt, welcher Weg sich gut und richtig anfühlt.

Ich hoffe und wünsche sehr, dass immer mehr Menschen diesen Weg der Selbstbestimmung gehen und dass das Streben nach "Gesundheit" in Zukunft eine ganzheitliche Bedeutung haben wird. Dazu gehört insbesondere, dass viele Menschen verstehen werden, dass wir so etwas Wunderbares wie ein Immunsystem haben, dass auf positive Erfahrungen mit Stärke reagiert und uns vor Krankheiten schützt. Dazu möchte ich gern das Buch "Was uns krank macht, was uns heilt" empfehlen. Es wurde geschrieben von dem Psychoneuroimmunologen Prof. Christian Schubert und hat aus meiner Sicht gerade in diesen Zeiten eine wachsende wichtige Bedeutung. Mögen sich diese Erkenntnisse auf breiter Ebene durchsetzen und einem neuen Gesundheitsparadigma den Weg bereiten. Eigenverantwortung statt Bevormundung, Liebe statt Angst!

Angst und Panik ist aktuell ein großes, womöglich noch wachsendes Thema. Ich befürchte, dass wir gar nicht so viele Therapeut*innen haben werden, um all die psychischen Probleme auffangen zu können, die sich aktuell immer mehr auszubreiten scheinen. Schon deshalb ist ein gesundheitsfördernder, auf Gemeinschaft und Unterstützung ausgerichteter Lebensstil so wichtig. Das alltägliche Leben kann eine Quelle für ganzheitliche Heilungsprozesse sein, ist aber allzu oft der Nährboden von Kränkungen und damit von Krankheit. Lasst uns diese Tatsache gemeinsam ins Bewusstsein holen und einander so oft wie möglich an das erinnern, was heilt!